Finasterid
Finasterid ist ein Wirkstoff gegen erblich bedingten Haarausfall bei Männern. Unter dem Namen Propecia wurde er bekannt, als Tablette gibt es ihn auch als Finpecia. Beide Präparate enthalten Finasterid als einzigen Wirkstoff, der in die Hormonumwandlung am Haarfollikel eingreift.
Das Wichtigste in Kürze
- Finasterid ist für erblich bedingten Haarausfall bei Männern vorgesehen, nicht für Frauen und nicht für Kinder. Für den Haarausfall an den Schläfen ist die Wirkung nicht belegt.
- Bei 1 Prozent oder mehr der behandelten Männer treten verminderte Libido, Erektionsstörungen und Ejakulationsstörungen auf, häufiger als unter Placebo. Solche Beschwerden wurden auch nach dem Absetzen berichtet, ebenso Depressionen und Suizidgedanken.
- Schwangere und Frauen, die schwanger werden könnten, sollen zerbrochene oder zerkleinerte Tabletten nicht anfassen: Der Wirkstoff kann über die Haut aufgenommen werden und einem männlichen Fetus schaden. Die Beschichtung schützt nur, solange die Tablette ganz ist.
Wirkung im Haarfollikel
Finasterid hemmt das Enzym 5-Alpha-Reduktase vom Typ II. Dieses Enzym wandelt Testosteron in Dihydrotestosteron um. Bei der androgenetischen Alopezie sind die Haarfollikel am Oberkopf verkleinert, und in der betroffenen Kopfhaut findet sich mehr Dihydrotestosteron als in der behaarten Kopfhaut. Finasterid senkt diese Konzentration in der Kopfhaut und im Blut und setzt damit an einem Faktor an, der an der Alopezie erblich vorbelasteter Männer beteiligt ist.
Wie stark die gesenkte Konzentration zum Behandlungserfolg beiträgt, ist nicht genau geklärt. Der Ansatz liegt beim Hormon und nicht am Haar selbst: Der Wirkstoff setzt an der Umwandlung an, die den Follikel schrumpfen lässt.
Propecia und Finpecia
Propecia und Finpecia sind Tabletten mit Finasterid gegen erblich bedingten Haarausfall bei Männern. Finpecia ist mit 1 mg Finasterid pro Tablette angegeben. An der Tablette ändert der Name nichts: Beide enthalten denselben Wirkstoff.
Weiterführende Informationen
Zuletzt aktualisiert

