Sofosbuvir
Sofosbuvir steckt in vier Präparaten: in Sovaldi mit 400 mg als einzigem Wirkstoff sowie in den Kombinationstabletten Harvoni, Velpanat und Natdac. Alle vier sind für die Behandlung der chronischen Hepatitis C gelistet.
Medikamente mit Sofosbuvir
Das Wichtigste in Kürze
- Eine aktuelle oder frühere Hepatitis-B-Infektion wird vor der Behandlung abgeklärt. Bei einer Doppelinfektion kann sich das Hepatitis-B-Virus unter den direkt wirkenden Hepatitis-C-Mitteln reaktivieren, in Einzelfällen mit tödlichem Verlauf.
- Zusammen mit Amiodaron kann eine schwere, teils tödliche Bradykardie auftreten, meist innerhalb von Tagen, manchmal erst nach zwei Wochen. Bei Zeichen eines zu langsamen Pulses oder eines Herzblocks ist rasch ärztlicher Rat nötig.
- Ein Sofosbuvir-haltiges Präparat darf nicht zusammen mit einem zweiten Sofosbuvir-haltigen Präparat eingenommen werden.
Wie Sofosbuvir wirkt
Sofosbuvir ist eine Vorstufe. Der Körper wandelt den Wirkstoff zuerst in die aktive Form GS-461203 um. Das Hepatitis-C-Virus braucht für seine Vermehrung das Enzym NS5B, eine Polymerase, die die Erbsubstanz des Virus vervielfältigt. Die aktive Form wird von diesem Enzym eingebaut und stoppt damit den weiteren Aufbau der Virus-Erbsubstanz. Weil das bei allen Genotypen des Virus geschieht, wirkt Sofosbuvir pangenotypisch.
Im Blut ist vor allem das Abbauprodukt GS-331007 zu finden. Ob jemand gesund ist oder eine Hepatitis C hat, ändert an der Aufnahme von Sofosbuvir und seinem Abbauprodukt kaum etwas.
Marken und Darreichungsformen
Alle vier Präparate kommen als Tablette. Sovaldi enthält 400 mg Sofosbuvir und sonst keinen Wirkstoff. Harvoni ist mit 90/400 mg angegeben und verbindet Ledipasvir mit Sofosbuvir. Velpanat ist mit 400/100 mg angegeben und verbindet Sofosbuvir mit Velpatasvir. Natdac führt drei Wirkstoffe zusammen, nämlich Tenofovirdisoproxil, Daclatasvir und Sofosbuvir, und ist mit 60 mg angegeben.
Die Partnerstoffe greifen an einer anderen Stelle des Virus an als Sofosbuvir: Ledipasvir, Velpatasvir und Daclatasvir hemmen das NS5A-Protein. Tenofovirdisoproxil wird auch bei HIV eingesetzt. Alle vier Präparate zählen zu den Virusinfektionen.
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